Tortour vs. 1000+ km Audax Suisse Brevet

Eigentlich war geplant, dass ich am Wochenende vom 16. – 19. August 2018 an der
Tortour (Race around Switzerland) starte. Leider sind kurzfristig zwei Betreuer aus meinem
dreiköpfigen Betreuerteam ausgefallen («drei Betreuer sind Bedingung für einen Start an
der Tortuor»). Aufgrund der Kurzfristigkeit war die Suche nach äquivalenten Ersatz Leider
erfolglos, worauf ich mich zwei Wochen vor dem Start entschieden hatte die Suche
abzubrechen und nicht an der Tortour zu starten.

Schnell stand für mich fest, als Ersatz für die Tortour stehe ich am 15. August am Start zum
1000+ km Brevet von Audax Suisse: das heisst 1’035 Kilometer in 75 Stunden aus eigener
Kraft (unsupportet) durch drei Sprachregionen, vier Länder (ein 5. liegt nur 50m Umweg
entfernt) und über  zwei Alpenpässe.

Die Strecke: Buchs SH – Aarau – Biel – Neuenburg – Vallée de Joux – Genf – Evian – Aigle –
Brig – Simplon Pass – Domodossola – Bellinzona – San Bernadino Pass – Chur – Rorschacherberg –
Kreuzlingen – Buch SH

Bevor es am Dienstagmorgen zur Arbeit ging, hiess es Rad richten und Kleider für das 1000+ km
Brevet packen, was ja schnell gemacht war, schönes und warmes Wetter war für die nächsten
Tage angesagt. Da die Startzeit war von Veranstalter auf Mittwochmorgen 06.00 Uhr festgelegt,
aus diesem Grund hatte ich mich entschieden bereits am Vorabend nach Buch SH zu reisen und
dort in der Turnhalle zu schlafen. So machte ich mich am Dienstag nach getaner Arbeit um 17.45
Uhr auf direktem Weg nach Buch SH, ich war für die Pasta Party angemeldet und diese wollte ich
mir nicht entgehen lassen.

Nach einer «sehr» kurzen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück, ging  es nach dem Briefing
um ca. 06.30 Uhr los. Mit Rückenwind machten ich mich im flotten Tempo Richtung Biel –
Neuenburg zu Checkpoint 1, für welchen sich Audax Suisse ein lauschiges Plätzchen im Vale de
Travers ausgesucht hatte.

Im Sonnenuntergang fuhr ich Richtung Nyon – Genf und nach dem obligaten Selfie vor dem
World Economic Forum (WEF) direkt weiter auf dem gegenüberliegenden Schweizer Ufer nach
Evian. Auf der holperig und kurvig Strasse nach Evian passiert es das erste Mal, Plattfuss. Nicht
weiter schlimm «dachte ich hier noch», ich hatte ja zwei Ersatzschläuche dabei, das 1. Mal 
Veloschlauch tauschen und weiter ging die Fahrt.

Nach dem kurzem «Boxenstop» ging es dann über Agile auf dem schönen Rhône-Damm Richtung
Brig. Aber «wie sagt man so schön» ein Unglück kommt selten alleine, kurz nacheinander Plattfuss
zwei und drei, mit «nur» zwei Ersatzschläuchen wird das flicken zu einer echten Herausforderung…
Nicht Verzagen, ich hatte ja Schlauchflickzeug dabei, aber im Dunkeln, es war ca. 02.30 Uhr ein Loch
in einem Veloschlauch zu finden und das «ausserhalb jeglicher Zivilisation»??

Kurzerhand entschloss ich mich bis zum Tagesanbruch einen Stop einzulegen und mir unter einer
Brücke «etwas» Schlaf zu gönnen. Mein Schlaf wurde lediglich durch M, welcher mit lautem Gerumpel
in mit einem Velomobile, ohne anzuhalten an mir vorbeiflitzte. Bei Tagesanbruch hiess es für mich
Veloschlauch flicken und weiter ging es Richtung Brig – Simplon Pass. Auf dem Weg nach Brig traf
ich bei einer Tankstelle M.O und berichtete ihm von meinem Missgeschick, grosszügiger Weise
überliess er mir einen seiner Ersatzschläuche «Auf diesem Wege nochmals Vielen Dank!».

Nach einer kurzen Verpflegungspause beim Checkpoint Simplon Pass folgte eine rasante Abfahrt,
bei starkem Gegenwind ging es dann über Domodossola, Mergozzo den dem Lago Maggiore
entlang nach Bellinzona. Entlang der Seen gab es zwar immer mal wieder kurze schöne Aussichten,
meine Aufmerksamkeit aber bei Verkehr und Strassenbelag…

Im Sonnenuntergang, der Aufstieg zum betreuten Checkpoint San Bernardino Dorf. Nach einer
kurzen Verpflegungspause entschied ich mich die Nacht durchzufahren, es waren ja «nur» noch
ca. 250 km zu fahren. Nach einem kurzen Gespräch mit M, welcher gerade mit seinem Velomobile
eintraf, machte ich mich frisch gestärkt auf die noch zu bewältigenden 450hm hinauf zum
San Bernardino Pass. 

Durch die Viamalaschlucht – Chur – Sargans fahre ich auf dem Rheindamm dem Bodensee entgegen.
Nach dem letzten obligaten Selfie beim Checkpoint Schloss Wartensee, gönne ich mir in Steinach ein
ausgiebiges Frühstück. Frisch gestärkt ging es dem Bodensee entlang zurück zum Sart-/Zielpunkt Buch SH.

Fazit: Streckenlänge 1’035 Kilometer, ein paar 1000 Höhenmeter und gut 52 Stunden Fahrzeit
(inkl. Zwangspause von ca. 5 Stunden wegen Plattfüssen, Power Nap und Essenspausen).

Und wieder hat Thomas und sein Team «mit viel Herzblut» einen Super Job bei der Organisation
und Streckenwahl gemacht, vielen Dank!! ich komme gerne wieder!!

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