2. Platz Over all // Bikingman Oman #3 2020

Ultra-Biking auf der arabischen Halbinsel – Rennbericht

BikingMan Oman: 1‘060 Kilometer und 9‘300 Höhenmeter durch Wüste und Hochgebirge

„BikingMan“ ist eine Renn-Serie mit sechs Ultra-Rennen in Oman, Korsika, Brasilien, Peru,
Portugal und Laos. Die Rennen gehen jeweils über rund 1‘000 km, non-stop und ohne
Unterstützung. Am 22. Februar 2020 ist die Serie im Oman gestartet und ich war mit dabei.

Abenteuer und Ultracycling zu verbinden ist das Ziel der „BikingMan“-Rennen. Das zeigen
die exotischen Länder, die Distanzen – und die Höhenprofile: Bis zu 20 000 Höhenmeter
müssen wir Fahrer überwinden. Und das Ziel muss vor dem Zeit-Limit erreicht werden, um
Punkte für die Gesamtwertung zu bekommen.

Im Oman ging es am 22. Februar 2020 um acht Uhr abends vor dem Village at Shangri-la
Hotel in Muscat los. Für mich begann der Stress aber schon ein paar Stunden vorher: Beim
Einfahren am Nachmittag senkte sich mein Sattel zunehmend, da entdeckte ich mit
Schrecken, dass das Gewinde an meiner Sattelstütze ausgerissen war. Nun ging für mich
der Wettlauf mit der Suche eines Bike-Shops und passender Schraube los. Mit viel Glück
fand ich einen Bike-Shop


der eine passende Schraube aus einer Blechdose zauberte, diesbezüglich konnte ich also
beruhigt mitfahren…

Die ersten Kilometer nach dem Start waren neutralisiert und wurden von der örtlichen Polizei
und Veranstalter begleitet. Nach Freigabe des Rennens verteilten sich die Fahrer schnell in
kleine Gruppen. Für mich hiess es in der Nachtwärme einen guten Rhythmus zu finden und
wenn möglich an den Spitzenfahrer dranzubleiben, was mir bis zirka Kilometer 120 auch
mühelos gelang. Dann leider die erste Panne, ein Plattfuss hinten. Das hiess, ich musste die
Spitzengruppe ziehen lassen und im Dunkeln den 1. Schlauch wechseln. Kurz darauf ein
zweiter Plattfuss, nicht gerade ein optimaler Start, kann ja nur besser werden…  

Aufgrund der Pannen wurde ich im Feld nach hinten durchgereicht, was meiner guten Laune
und Motivation aber nichts anhaben konnte. Mit gleichmässig „hohem“ Tempo fuhr ich durch
die Nacht dem Morgen entgegen und konnte noch vor dem Sonnenaufgang den einen oder
anderen Fahrer ein und überholen.

Nach herrlichem Sonnenaufgang und Im Wissen, dass in Kürze der Anstieg des Jebel Sham
erreicht wird, habe ich mich entschied in Ad Dreez einen Stop einzulegen und in einem
Coffee-Shop etwas zum Frühstück zu Essen. Die Menüauswahl hielt sich in Grenzen, daher
war ein Chicken-Burger mit Cola angesagt.    

Frisch gestärkt erreichte ich den Anstieg des Jebel Sham. Auf nicht einmal 20 km ging es in
Rampen von bis zu 25 Prozent hinauf zu Checkpoint 1, in rund 2000 Meter Höhe. Das war
definitiv einer meiner schwersten Anstiege in letzter Zeit, ich musste das eine oder andere Mal
zickzack fahren um hochzukommen. Auf den elf Schlusskilometern des Anstiegs auf Schotter
musste nicht nur ich, auch andere Fahrer schieben, und ich konnte einige Mitstreiter überholen.


 
Die Strapazen lohnten sich: Die Aussicht vom Gipfel des Jebel Sham war überragend. Der Blick
geht tief hinab in einen Canyon und die Sonne spiegelte sich auf den kargen Felsen.

Nach einer rasanten Abfahrt ging es durch mehrere Dörfer und Oasen in die Wüste. Das Gefühl,
alleine unter dem Sternenhimmel durch die Wüste zu radeln, ist schwer zu überbieten. Nach ca.
25 Stunden auf dem Rad und geschafften 600 km, entschied ich mich bei einer Tankstelle eine
Essenspause einzulegen, es darf geraten werden was auf dem Menüplan stand, Chicken-Burger
mit Cola. Im Wissen auf dem 2. Platz liegend und in topfitem Zustand, entschied ich mich auch
die zweite Nacht durchzufahren. Die Route führt durch die Wüste bis ans Arabische Meer.
Zusammen mit dem führenden erreichte ich nach 33 Stunden Fahrzeit und 800 geschafften
Kilometer um 05.20 Uhr Checkpoint 2. am Arabischen Meer.

Nun ging es entlang der Küstenstrasse durch alte Fischdörfer, vorbei an Kamelen, Moscheen und
alten Festungen Richtung Hauptstadt.

Die Route wird monotoner, mit langen, aber immerhin sanften Anstiegen in Richtung Hauptstadt. Die
Wüstensonne brannte mittags unermüdlich, was mir mehr zu schaffen machte als mir lieb war. Mehrere
Male musste ich an Tankstellen eine kurze Pause einlegen um genügen Wasser zu besorgen.

Die Strasse schlängelt sich durch Täler mit gewaltigen Felswänden hindurch, bis 15 km vor dem Ziel noch
ein 10 Kilometer langes Schotterstück folgte. Wie konnte es anders sein?! und nochmals ein Plattfuss. Und
noch einmal hiess es kurz vor dem Ziel, Werkzeug und Schlauchflickmaterial auspacken und Pumpen…. 

Die Tour war zwar extrem schwer, aber auch ein grossartiges Abenteuer, mit tollen Landschaften und netten
Menschen. In gut 45 ½ Stunden Fahrzeit erreichte ich das Ziel im Village at Shangri-la Hotel in Muscat
und bin mit erreichten 2. Platz (Over all) mehr als zufrieden.

In darauffolgenden Tagen kamen immer wieder Radler ins Ziel, bis am Freitag die grosse  Finisher-Party
im Village at Shangri-la Hotel in Muscat stieg.

Im April werde ich voraussichtlich („die weltweiten Massnahmen aufgrund des Corona Virus werden es
zeigen“) in Korsika wieder am „BikingMan“-Start sein – ich freue mich schon auf ein weiteres aufregendes
Abenteuer…

Mir sportlichen Grüssen „aus der Wüste“
Hansi

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