Bericht und Impressionen Ultracycling WM 2015

Bericht – Ultracycling Weltmeisterschaft 2015

Eckdaten: 868 km, 15‘116 Höhenmeter
Strecke: Graz – Gleinstätten – Soboth – Abtei – Villach – Winklern – Kartitscher Sattel –
Winklern – Heiligenblut – Hochtor – Edelweissspitze – Hochtor – Winklern – Windische
Höhe – Schaidasattel – Soboth – Kitzeck – Graz

Gefahren wird nach den RAAM-Regeln, u.a. heisst das: ohne Windschatten

Der Prolog am Mittwoch 03.06., ein Berg-Zeitfahren auf den Grazer Schlossberg („SchlossbergMan“)
der zur Ermittlung der Startreihenfolge für das Rennen dient.

Das Rennen am Donnerstag. 04.06. Start ab 16 Uhr auf die Classic-Glocknerman Strecke über
868 km gespickt mit 15‘116 Höhenmetern ist zugleich die Ultra-Radmarathon-Weltmeisterschaft für +50.
Es gibt für diesen  Titel einige ernstzunehmende Konkurrenten, unser Ziel: Podestplatz!

Am Donnerstagnachmittag fand auf dem Mariahilferplatz in Graz die offizielle Fahrervorstellung statt.
Auf abgesperrten Strassen in Begleitung von Polizei und Security fuhren wir nach der Fahrervorstellung
„als lockeres Aufwärmen“ mit den CityRadeln-Teilnehmer vom Mariahilferplatz zum Einkaufszentrum
Center West, dem Startgelände des Glocknerman.

Hochmotiviert, mit einem tollen Team im Rücken, ging es pünktlich um 16:05 Uhr an den Start. Da ich
den Prolog am Vortag nicht gefahren bin, musste ich mich „relativ“ weit hinten anstellen und wurde als
zweitletzter Fahrer auf die Classic-Strecke geschickt. Es war sehr schwül und heiss, aber es sollte ja bald
Nacht werden, wo die Temperaturen angenehmer sind – dachte ich….

Von Graz aus ging es relativ flott Richtung Gleinstätten und danach die Soboth hoch. Da mein Ziel ja ein
Podestplatz war, hiess es erst einmal das Feld von hinten aufrollen und sich einen Platz im vorderen
Fahrerfeld sichern. Da am Anfang eines solchen Rennens das Feld der Rennfahrer und Begleitfahrzeuge
stehts nahe beisammen sind, ist besonders bei Überhohlmanöver Sicherheit oberstes Gebot. Im zügigem
Tempo erreichte ich die Soboth um 18:07 Uhr.

Nach einer rasanten Soboth-Abfahrt ging es in zügigem Tempo weiter über Abtei und Villach nach
Winklern. Das Feld hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt bereits in die Länge gezogen und ich und mein
Betreuerteam fuhren bei sternenklarem Himmel der Nacht entgegen. Ich war nicht unglücklich als die
Nacht einbrach und die Temperaturen etwas angenehmer wurden. Mit viel guter Musik aus den
Lautsprecherboxen fuhr ich durch die Nacht, wobei ich nur noch vereinzelt Fahrer antraf.
Am 05.06. um 02:07 Uhr, traf ich in Winklern ein.

Nun musste die Runde über den Kartitscher Sattel und wieder zurück nach Winklern absolviert werden.
Beim stark kuppierten Anstieg zum Kartitscher Sattel ging die Sonne langsam auf. Nebelschwaden auf
Wiesen und in Tälern und von der Sonne beleuchtete Berggipfel, welch herrliche Morgenstimmung wie
im Bilderbuch!! Jetzt eine lange Abfahrt nach Linz und dann über den Iselsberg runter nach Winklern,
wo ich um 08:10 Uhr  eintraf. Gut die Hälfte der 868 Kilometer und 15‘116 Höhenmeter waren absolviert!

PS: Das Betreuerteam liess sich etwas Besonderes einfallen; Das Frühstück mit Kaffee und Sandwiches
auf dem Iselsberg hat genial gut geschmeckt. Danke!!    

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Winklern ging es nun über Heiligenblut das Hochtor auf die
Edelweissspitze und wieder zurück über das Hochtor nach Winklern. Bereits auf der Fahrt nach
Heiligenblut stiegen die Temperaturen schnell an, diese sollten im Laufe des Tages bis auf ca. 33 Grad
klettern, viel Trinken war angesagt. Die Edelweissspitze eine touristische Attraktion mit viel Verkehr und
einer steilen ca. 4 km langen Kopfstein Passage erreichten wir um 11:30 Uhr. Auf der Edelweissspitze
hiess es rechts umkehrt und in einer schönen und rasanten Abfahrt zurück über das Hochtor nach
Winklern, welches wir um 13:00 Uhr ein weiteres mal erreichten.  

PS: Dank an das Team von Gabi Aspacher für die lautstarke Unterstützung auf der Edelweissspitze und
dem Hochtor!

Bei hochsommerlichen Temperaturen machte ich mich auf die letzten 348 Kilometer über die Windische
Höhe, den Schaidasattel, die Soboth und Kitzeck nach Graz. Nach einem harmlosen Flachstück zum
Regenerieren folgte der Anstieg zur Windischen Höhe (mit bis zu 24% Steigung), dieser brachte mich
wieder auf andere Gedanken und war eine mentale Bewährungsprobe, im Wissen was mit dem
Schaidasattel und der Soboth noch folgen sollte. Die Windische Höhe passierten wir um 17:20 Uhr.

Nach der Windischen Höhe die nächste Herausforderung, der Aufstieg zum Schaidasattel. Ich hatte mir
die Kräfte richtig eingeteilt! In gewohnter Manier fuhr ich auch die letzte steile Rampe ohne grössere
Probleme auf den Schaidasattel hoch. Sicherlich kam mir entgegen das es bereits wieder am Eindunkeln
war und die Temperaturen nicht mehr so hoch waren. Den Schaidasatell überqueren wir um 21:35 Uhr.

Und jetzt noch die letzte grosse Barriere vor Graz, die Soboth. Mit gut 1000 Höhenmeter am Stück nach
fast 760 km und 13‘500 Höhenmeter nonstop im Sattel „ein giftiger Anstieg“. Ich bin sicherlich schon
schneller einen Berg der gleichen Kategorie hochgefahren, aber im grossen und ganzen… war es ok.
Die Meldestelle Soboth erreichten wir am 06.06. um 01:11 Uhr.

Kurzer Stopp auf der Soboth, warme Kleider anziehen und weiter Richtung Kitzeck. Der Anstieg nach
Kitzeck ist ja nicht lang, aber oho! Und immer wieder oho! Wann immer du denkst, jetzt bist du oben,
kommt bestimmt noch ein „kleiner“ Anstieg. Die letzten 500 Höhenmeter im Weinanbaugebiet Kitzeck
liessen die Frage aufkommen: Muss das noch sein? Die letzte Meldestelle Kirche Kitzeck liessen wir
um 03:20 Uhr hinter uns.  

Jetzt noch der Endspurt von Kitzeck nach Graz, ist es eigentlich nur noch ein Katzensprung – denkt man.
Aber der kupierte Streckenverlauf auf den letzten Kilometer liessen die paar Kilometer ziehen wie ein
Kaugummi – endlos!!! Entschädigt wurden wir auf den letzten Kilometer und der Zieleinfahrt durch
den erneuten Tagesanbruch und der herrlichen Morgenstimmung.

Ich erreichte das Ziel nach 36 Stunden und 32 Minuten. Ich bin sehr zufrieden!!!

Meine Platzierung: Rang 1 Classic Strecke, Weltmeister Altersklasse +50

Bedanken möchte ich mich bei meinem Betreuerteam Martin Opprecht, Katharina Möhn und meinem
Schatz Michaela, ohne eure Hilfe wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen!!!!!

Mein Dank gilt ebenfalls allen Unterstützern, Fans und Helfern.

DOC Premium Produkte

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

DOC Weingart - Active-Drink