Bericht und Impressionen // Ultra Radmarathon WM Glocknerman 2017

Bericht – Glocknerman / Ultracycling Weltmeisterschaft 2017

Eckdaten: 888 km, über 15‘000 Höhenmeter

Strecke: Graz – Gleinstätten – Soboth – Schaidasattel –
Villach – Winklern – Kartitscher Sattel – Winklern – Heiligenblut – Hochtor – Edelweissspitze – Hochtor –
Winklern – Windische  Höhe – Abtei – Soboth – Kranachberg – Graz

Gefahren wird nach den RAAM-Regeln, u.a. heisst das: ohne Windschattenfahren

Das Rennen am Donnerstag 15.06.2017 Start ab 12.00 Uhr der Glocknerman Classic Strecke
geht über 888 km gespickt mit mehr als 15‘000 Höhenmetern und ist zugleich die Ultra-Radmarathon-
Weltmeisterschaft  für 50+.

Es gibt für diesen  Titel einige ernstzunehmende Konkurrenten, unser Ziel: Podestplatz!

Nach ausgiebigem Frühstück und letzter Teambesprechung ging es am Donnerstagmorgen auf
abgesperrten Strassen, in Begleitung von Polizei und Security „als lockeres Aufwärmen“ mit den 
CityRadeln-Teilnehmer  vom Schlossbergplatz zum Einkaufszentrum Center West, dem
Startgelände des Glocknerman.

Hochmotiviert, mit einem tollen Team im Rücken, ging es pünktlich um 12:02 Uhr an den Start.
Da ich beim der Ergometer-Challenge am Vortag des Rennens über 2 Minuten nahe an den
Mittelwert von 200 Watt kam, konnte ich mich im Starterfeld „relativ“ weit vorne anstellen und
wurde als 10 Fahrer auf die Strecke geschickt.

Von Graz aus ging es im flotten Tempo Richtung Gleinstätten und danach die Soboth hoch.
Da mein Ziel ja ein Podestplatz war, hiess es für mich von Anfang an Tempo zu machen und sich
einen Platz im vorderen Fahrerfeld zu sichern. Mit meiner Taktik konnte ich bereits vor der ersten
Meldestelle Gleinstätten die Führung übernehmen, um vorwegzunehmen welche ich bis in Ziel
nicht mehr abgeben musste. Im zügigem Tempo erreichte ich die Soboth am 15.06. um 14:35 Uhr.

Nach einer rasanten Soboth-Abfahrt ging es in zügigem Tempo weiter über den Schaidasattel und
Villach nach Winklern. Das Feld hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt bereits in die Länge gezogen
und ich und mein Betreuerteam fuhren der Nacht entgegen. Ich war nicht unglücklich als die Nacht
einbrach und die Temperaturen etwas angenehmer wurden. Am 15.06. um 21:58 Uhr, traf ich das
erste Mal an der Meldestelle in Winklern ein.

Nun musste die Runde über das Lesachtal und den Kartitscher Sattel und wieder zurück nach
Winklern absolviert werden. Bei der Einfahrt in das Lesachtal fuhren wir in ein Gewitter und es
fing „teilweise heftig“ an zu Regnen. Die Abkühlung kam beim stark kuppierten Anstieg zum
Kartitscher Sattel „wie gerufen“. Jetzt eine lange Abfahrt nach Lienz und dann über den Iselsberg
runter nach Winklern, zum Glück hat es in der Zwischenzeit wieder aufgehört zu regnen…
Am 16.06. um 05:47 Uhr traf ich das zweite Mal an der Meldestelle in Winklern ein. Gut die
Hälfte der 888 Kilometer und 15‘000 Höhenmeter waren absolviert!

Ohne Zwischenstopp ging es nun über Heiligenblut das Hochtor auf die Edelweissspitze und
wieder zurück über das Hochtor nach Winklern. Bei der Fahrt nach Heiligenblut ging langsam die
Sonne auf, welch herrliche Morgenstimmung!! Bei der Auffahrt zur Edelweissspitze, eine touristische
Attraktion mit einer steilen ca. 4 km langen Kopfstein Passage verdunkelte sich der Himmel wieder
und Gewitterwolken zogen auf. Daher, am 15.06. um 08:28 Uhr auf der Edelweissspitze angekommen
hiess es rechts umkehrt und in einer schönen und rasanten Abfahrt zurück über das Hochtor nach
Winklern. Die Meldestelle Winklern erreichte ich zum dritten Mal 16.06. um 10:08 Uhr.  

PS: Bei der Auffahrt zur Edelweissspitze machten sich erste Krampferscheinungen bemerkbar, was
mich dazu bewog; kurzer Wink zum Begleitfahrzeug, Radschuhe ausziehen, Addiletten anziehen und
die letzten Kehren hinauf zur Edelweissspitze „besinnlich“ zu Fuss, Fahrrad stossend zurückzulegen.
(siehe auch Fotogallery). Auch für „hartgesottenen“ Radfahrer wie mich eine Wohltat zwischendurch,
nach einer Nonstop Fahrt  von gut 20 Stunden einmal andere Muskeln zu bewegen und das „Sitzpolster“
zu entlasten.       

Bei hochsommerlichen Temperaturen machte ich mich auf die letzten 348 Kilometer über die Windische
Höhe, der Abtei, die Soboth und Kranachberg nach Graz. Nach einem harmlosen Flachstück zum
Regenerieren folgte der Anstieg zur Windischen Höhe (mit bis zu 24% Steigung), dieser brachte mich
wieder auf andere Gedanken  und war eine mentale Bewährungsprobe, im Wissen was mit der Abtei und
der Soboth noch folgen sollte. Die Windische Höhe passierten wir am 16.06. um 13:52 Uhr.

Nach der Windischen Höhe die nächste Herausforderung, der Aufstieg zur Abtei. Und dann noch
die letzte grosse Barriere vor Graz, die Soboth. Mit gut 1000 Höhenmeter am Stück nach fast 760 km
und 14‘000 Höhenmeter nonstop im Sattel „ein giftiger Anstieg“. Ich hatte mir die Kräfte richtig
eingeteilt! In gewohnter Manier fuhr ich auch die letzte steile Rampe ohne grössere Probleme auf die
Soboth hoch. Sicherlich kam mir entgegen, dass es bereits wieder am Eindunkeln war und die
Temperaturen  nicht mehr  so hoch waren. Die Meldestelle Soboth erreichten wir am 16.06. um 21:05 Uhr.

Kurzer Stopp auf der Soboth, warme Kleider anziehen und weiter Richtung Karnachberg. Der Anstieg
nach Karnachberg ist ja nicht mehr lang, aber nach so vielen Stunden im Sattel oho! Weiter ging es zur
letzten Meldestelle Widon welche wir am 17.06. um 00:47 Uhr hinter uns lassen, jetzt noch der Endspurt
von Widon nach Graz, wo wir am 17.06. um 01:35 Uhr über die Ziellinie fahren.

Ich erreichte das Ziel nach 37 Stunden und 32 Minuten. Ich bin sehr zufrieden!!!

Meine Platzierung: Rang 1 Glocknerman Classic Strecke und Weltmeister Altersklasse 50+

Bedanken möchte ich mich bei meinem Betreuerteam Martin Opprecht, Kurt Müller und meinem Schatz
Michaela, ohne eure Hilfe wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen!!!!!

Mein Dank gilt ebenfalls allen Unterstützern, Fans und Helfern.

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