Bericht // Ultra Radmarathon WM Glocknerman 2019

Bericht // Ultra Radmarathon WM Glocknerman 2019

Eckdaten: 880 km, über 14‘200 Höhenmeter

Das Rennen: Die Glocknerman Classic Strecke geht über 880 km gespickt mit mehr
als 14‘200 Höhenmetern und ist zugleich die Ultra-Radmarathon-Weltmeisterschaft
für die Altersklassen 50+.

Die Strecke: Graz – Gleinstätten – Soboth – Abtei – Villach – Winklern – Kartitscher Sattel
– Winklern – Heiligenblut – Hochtor – Edelweissspitze – Hochtor – Winklern – Millstatt –
Abtei – Soboth – Kranachberg – Bidon – Graz

Gefahren wird nach den RAAM (Race Across America)-Regeln, u.a. heisst das:

  • Der Glocknerman ist eine Non-Stop-Extremradveranstaltung für Einzel- und Teamfahrer
    und zugleich die Ultraradmarathonweltmeisterschaft
  • Non-Stop: Nach dem Start bleibt die Stoppuhr nicht mehr stehen, (Schlaf-)Pausen zählen
    als aktive Zeit
  • Das Rennen wird als Einzelzeitfahren ausgetragen – Windschattenfahren, ausser im eigenen
    Team bei Teamfahrern, ist zu keiner Zeit erlaubt
  • Der Glocknerman gilt als offizielles RAAM-Qualifikationsrennen

Ziel Podestplatz: Nachdem ich im 2018 den 2. Platz belegt habe und in den Jahren 2015 und
2017 das Rennen gewinnen konnte, war unser Ziel ein Podestplatz. Kein leichtes Unterfangen,
da es für den Titel einige ernstzunehmende Konkurrenten gab, die es zu schlagen galt.

Nach ausgiebigem Frühstück und letzter Teambesprechung geht es am Donnerstagmorgen
20.06.2019 auf abgesperrten Strassen, in Begleitung von Polizei und Security „als lockeres
Aufwärmen“ mit den Graz-CityRadler-Teilnehmer vom Hotel Novopark zum Einkaufszentrum
Center West, dem Startgelände des Glocknerman.

Nach Ankunft im Center West, wurden ab 11:00 Uhr die Classic Fahrer, im Abstand von jeweils
30 Sekunden auf die Strecke geschickt. Ich hatte am Vortag beim Check In die Startposition 15
zugelost bekommen. Hochmotiviert, mit einem tollen Team im Rücken, stieg ich pünktlich um
11:57:30 Uhr mit der Startnummer C05 in das Rennengeschehen ein.

Von Graz aus ging es im flotten Tempo Richtung Gleinstätten und danach die Soboth hoch.
Da mein erklärtes Ziel ein Podestplatz war, hiess es von Anfang an Tempo machen und sich einen
Platz im vorderen Fahrerfeld zu sichern. Mit meiner Taktik konnte ich bereits kurz nach der ersten
Meldestelle Gleinstätten die Führung übernehmen. Im zügigen Tempo erreichte ich um 14:33 Uhr
als erster Classic Fahrer die Soboth Passhöhe.

Nach einer rasanten Abfahrt ging es in zügigem Tempo weiter über die Abtei, Villach nach Winklern.
Das Feld hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt bereits in die Länge gezogen, ich und mein Betreuerteam
fuhren der Nacht entgegen. Bereits nach Villach waren die ersten Regenwolken sichtbar und es fing
teilweise an leicht zu regnen, dafür waren die Temperaturen etwas angenehmer. Ohne grössere
Probleme traf ich als Führender der Classic Strecke um 21:22 Uhr das erste Mal an der Meldestelle
in Winklern ein.

Nun musste die Runde über das Lesachtal und den Kartitscher Sattel und wieder zurück nach Winklern
absolviert werden. Kurz nach dem Iselsberg fing es „teils heftig“ an zu regnen, was im Lesachtal und
der Abfahrt vom Kartitscher Sattel zu „teils sehr“ rutschigen Strassen führte. Bei den Abfahrten war also
Vorsicht geboten, Sicherheit geht vor. Auf der langen Abfahrt nach Lienz hinterliessen Wind und Regen
bei mir seine Spuren, ich fror „wie ein Schlosshund“. Wir legten in Lienz einen Zwischenstopp ein, wo
ich trockene und warme Kleider anzog und mich verpflegte „eine heisse Bouillon durfte dabei nicht
fehlen“. Danach ging es „wieder“ über den Iselsberg zurück nach Winklern, wo ich um 03:46 Uhr das
zweite Mal an der Meldestelle eintraf.

Gut die Hälfte der 880 Kilometer und 14‘200 Höhenmeter waren geschafft!

Ohne Zwischenstopp ging es nun über Heiligenblut, das Hochtor auf die Edelweissspitze und wieder
über das Hochtor, Heiligenblut zurück nach Winklern. Nach Heiligenblut fing es an zu tagen, welch
herrliche, ruhige Morgenstimmung mit unzähligen Murmeltieren auf der Strasse!! Bei der Auffahrt zur
Edelweissspitze, eine touristische Attraktion mit einer steilen ca. 4 km langen Kopfstein Passage, spürte
ich den ersten Verfolger in meinem Nacken und wurde prompt kurz vor der Edelweissspitze von diesem
überholt. Daher, um 07:32 Uhr auf der Edelweissspitze angekommen hiess es rechts umkehrt und in
einer schönen und rasanten Abfahrt zurück nach Winklern. Auf dem zweiten Platz erreichte ich die
Meldestelle Winklern zum dritten Mal am um 09:17 Uhr.  

Bei hochsommerlichen Temperaturen machte ich mich mit ca. 15 Minuten Rückstand auf den Führenden
auf die letzten 348 Kilometer, welche über Millstatt, der Abtei, die Soboth und den Kranachberg zurück
nach Graz führte. Auf dem harmlosen Flachstück bis zum Anstieg zur Abtei hiess es für mich meine
Rollerqualitäten auszuspielen und zu versuchen möglichst schnell den Führenden ein- bez. zu überholen,
was mir bereits nach kurzer Zeit auch gelang. Um es vorwegzunehmen, ich gab die Führung danach
nicht mehr aus der Hand und mein Vorsprung vergrösserte sich bis in Ziel stetig. Die Abtei passierten wir
um 15:20 Uhr. Im Wissen meines Vorsprungs und was mit der Soboth noch folgen sollte, es hiess
konzentriert weiterfahren und die Kräfte richtig einteilen.

Dann noch die letzte grosse Barriere vor Graz, die Soboth. Mit gut 1000 Höhenmeter am Stück nach fast
760 km und über 13‘000 Höhenmeter nonstop im Sattel „ein giftiger Anstieg“. Ich hatte mir die Kräfte
richtig eingeteilt! In gewohnter Manier fuhr ich auch die letzten steilen Rampen ohne Probleme auf die
Soboth hoch. Im Gewitter mit heftigen Regenschauern erreichte ich die Meldestelle Soboth Passhöhe
um 18:19 Uhr.

Kurzer Stop auf der Soboth, Regenkleider Kleider anziehen, etwas Essen und im strömenden Regen weiter
Richtung Kranachberg. Der Anstieg nach Kranachberg ist ja nicht mehr lang, aber nach so vielen Stunden
im Sattel oho! wenigstens hatte es in der Zwischenzeit aufgehört zu Regnen. Weiter ging es zur letzten
Meldestelle Widon welche wir um 21:14 Uhr hinter uns liessen, jetzt noch der Endspurt von Widon nach
Graz, wo wir am Freitag 21.06. um 21:57 Uhr über die Ziellinie fuhren.

Ich erreichte das Ziel nach 33 Stunden und 57 Minuten. Ich bin sehr zufrieden!!!

Meine Platzierung: 1. Platz Classic Strecke und Weltmeister Altersklasse 50+

Bedanken möchte ich mich bei meinem Betreuerteam Roland Woodtli, Kurt Müller und meinem Schatz
Michaela, ohne eure Hilfe wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen!!!!!

Mein Dank gilt ebenfalls allen Unterstützern, Fans und Helfern.

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